Stipendiatengruppe Bayreuth
Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Die SDW Aufnahmeveranstaltung vom 17.06. bis 19.06.2011

Die SDW Aufnahmeveranstaltung vom 17.06 bis 19.06

ein persönlicher Erfahrungsbericht von Manfred Müller

 

„Sie werden viel mitnehmen“ war einer der Sätze von Herrn Schmittchen, die mir vom ersten Tag an in Erinnerung geblieben ist. Auch deshalb, weil keine andere Formulierung die kommenden drei Tage so treffend charakterisiert hätte – in jeder Hinsicht. Aber nunmehr der Reihe nach.

Tag 1: Anreise, Kennenlernen, Vorstellung, „Elite“ und Dinner Speech

Die Aufnahmeveranstaltung fand im Collegium Glashütten statt, ein Tagungszentrum der Commerzbank-Gruppe, das diese freundlicherweise der SDW zur Verfügung gestellt hat. Dank des eingerichteten Busshuttles war die Anreise vom Hauptbahnhof in die ruhige und fast ländliche Gegend – abseits von der Hektik der Großstadt – kein Problem. Der erste Eindruck ist wichtig, heißt es. Nicht umsonst hat mal jemand gesagt, dass es keine zweite Chance auf den ersten Eindruck gibt. Und dieser ließ nichts zu wünschen übrig. Freundliches Personal, ein modernes lichtdurchflutetes Gebäude, große und saubere Zimmer und ein umfangreicher Mittagsimbiss.

Nach der Begrüßung durch Michael Baer (Leitung des Studienförderwerks) stand ein erstes Kennenlernen, Kaffee und Kuchen, die Vorstellung des Studienförderwerks und ein Erfahrungsaustausch mit anderen Stipendiaten und Alumni auf dem Plan. Vorstellungsrunden oder das Kennenlernen in großen Gruppen – welche Assoziationen haben Sie eigentlich mit diesen Begriffen. Ich stelle mir dann immer einen großen Sitzkreis vor, in der jeder seinen Namen und ein paar Dinge sagt, man angespannt auf seinen Beitrag wartet und man sich schließlich höchstens fünf Prozent merken kann. Im Gegensatz dazu gelang es den Organisatoren aber, mit einem abwechslungsreichen und mit etwas Bewegung verbundenen Spiel, ein ungezwungenes und individuelles Kennenlernen zu ermöglichen. Danach wieder Kaffee und weitere drei Stücke aus dem erstklassigen Kuchensortiment.

Die daran anschließende Aufnahmezeremonie, geleitet durch Ingo Kramer (Vorstandsvorsitzender der SDW) und Arndt Schnöring (Generalsekretär) wird mir aufgrund zweier Umstände lange in Erinnerung bleiben. Ungünstig war eindeutig die räumliche Enge des gewählten Ortes für die große Anzahl an Teilnehmern. Dies tat aber den Vorträgen und insbesondere den Themen keinen Abbruch. „Elite“ - der nächste Begriff, mit dem sicherlich jeder eine Assoziation verbindet und der nicht selten negativ aufgefasst oder als Tabu behandelt wird, war eines dieser Themen. Dabei wurde deutlich, dass Elite eben nicht eine abgekapselte und nur nach materiellen Wohlstand strebende Gesellschaftsschicht darstellt, sondern dass es sich dabei um Menschen handelt, die sich durch überdurchschnittliche Leistung hervortun und dabei ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen nie aus den Augen verlieren. Solange man Elite in diesem Sinne versteht und die Elite auch in diesem Sinne lebt, besteht wahrlich kein Grund für eine negative Interpretation des Begriffes.

Den Abschluss des Tages bildete ein umfangreiches Abendessen, ein Dinner Speech von Ulrich Sieber (Mitglied des Vorstandes der Commerzbank AG), das sich insbesondere mit der damals noch aktuelleren Energie-, und Klimapolitik auseinandersetze, und ein gemeinsames Ausklingen des Abends.

 

Tag 2: Kuchen, Kuchen, Planspiel, Mittagessen, Kuchen und Abendessen

Wie vorteilhaft es ist, dass im ganzen Tagungszentrum „Kaffeestationen“ mit frischen Kuchenplatten verteilt sind, merkt man besonders dann, wenn man das Frühstück nach einem längerem gemeinsamen Ausklingen ausfallen lässt und dennoch Hunger verspürt. Daher erstmal vier Stück Kuchen und einen Kaffee zum wach werden.

Für den heutigen Tag wurde die Firma GameSolution eingeladen, die mit uns ein ganztägiges Planspiel namens „Ökonomikus“ durchführte. Aufgabe war es, in den jeweiligen Kleingruppen ein Unternehmen zu leiten und so in Konkurrenz zu den anderen Unternehmen ein Gespür für wirtschaftliches Handeln und Entscheiden zu gewinnen. Kostenführerschaft, Qualitätsführerschaft oder doch ein stuck in the middle? Besonders hervorzuheben war dabei die Mischung aus fachbezogenen Informationen und Herausforderungen, die auch bei BWL-Studenten keine Langeweile aufkommen ließ und eine Anleitung und ein Aufbau des Planspiels, sodass auch Jura-Studenten wie ich oder beispielsweise Lehramtsstudenten ohne Wirtschaftsschwerpunkt die Möglichkeit hatten, am Spiel teilzuhaben und mitzureden.

Zwischen dem sehr aktiven und mitreißenden Spiel gab es natürlich zwei Kaffeepausen, um das ausführliche Frühstück an Kuchen fortzusetzen, ein umfangreiches Mittagessen mit Roastbeef und frischer Antipasti und ein Abendessen mit frisch Gegrilltem und selbst gemachter Mangosauce.

 

Tag 3: Frauen im Sport als Beispiel für gesellschaftliches Engagement, Vorstellung der Alumni, Feedback und Abreise

Heute ist Sonntag der 19.06 und damit schon wieder Tag der Abreise. Zwischen meinem Zimmer und dem Frühstücksbuffet liegt zufälligerweise, d.h. nur mit einem kleinen Umweg, auch eine Kuchenplatte, sodass einem „erweiterten“ Frühstück nichts entgegensteht.

Meiner Meinung nach gibt es vier Arten von Vorträgen, die sich aus dem Stil des Vortrags und dem Inhalt ergeben. Gut sind schon mal interessante Vorträge mit langweiligem Inhalt und weniger interessante Vorträge, aber dafür mit spannendem Inhalt. Schlecht sind und das kennen die meisten von uns aus Schule, aus Vorlesungen oder aus der Berufswelt, weniger interessante Vorträge mit langweiligem Inhalt.

Überragend und eher als selten einzustufen sind Vorträge, die sowohl durch Stil als auch Inhalt glänzen, Botschaften vermitteln und die Aufmerksamkeit des Zuhörers trotz Detailreichtum langfristig binden. So einen Vortrag hielt die Juristin und Spitzensportlerin Sylvia Schenk, die heute Vorstandsmitglied der Deutschen Olympische Akademie und bei Transparency International Deutschland ist. In zwei Stunden referierte sie über ihr Leben im Zeichen des gesellschaftlichen Engagements, über Leistung im Sport und über den Kampf gegen Diskriminierung.

Nach einer Vorstellung des Alumni e.V. und des Mentorenprogramms durch Katja Tennigkeit, einer gemeinsamen Feedbackrunde, zwei Stück Kuchen und dem Mittagessen traten wir dann die Abreise an.

 

Verzweifelt registrierend, dass es in meinen 25 Quadratmetern keine Kuchenplatten gibt, stelle ich fest, dass ich neben (mir unerklärlichen) drei Kilo Gewichtsaufschlag wirklich viel aus diesem Wochenende, d.h. aus der gelungenen Veranstaltung mitgenommen habe. Aus dem ersten Tag wichtige und wertvolle Informationen über die Stiftung der deutschen Wirtschaft, über Angebote und Fördermöglichkeiten und ein ganz neuer Blick auf das Verständnis der Elite. Aus dem zweiten Tag einprägsame praktische Erfahrungen in wirtschaftliches Denken und Handeln und aus dem letzten Tag ein Vorbild in Sachen gesellschaftlichem Engagements und Informationen zu den Alumni und zum Mentorenprogramm. Darüber hinaus natürlich viel Spaß, Kontakte zu anderen Stipendiaten und zu Alumni und die Vorfreude auf die kommende Akademie. 

Manfred Müller

 

Dank gilt insbesondere Herrn Schmittchen, Referent des Studienförderwerks, der maßgeblich an der Durchführung und Organisation der Einführungsveranstaltung beteiligt war und auf Nachfrage zur Einführungsveranstaltung erklärte:

"Die Aufnahmeveranstaltung bietet einen geeigneten Rahmen für die neu in die Förderung aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten zum Kennen lernen der Mitstipendiaten, zum Netzwerken und zum Erfahrungsaustausch mit Mitarbeitern der Stiftung sowie älteren Stipendiatinnen und Stipendiaten. In einem Zeitraum von drei Tagen setzen sich die neu Aufgenommenen mit zentralen Elementen der Stiftung - dem unternehmerischen Denken und der gesellschaftlichen Verantwortung - intensiv auseinander. Ein besonders Anliegen ist es mir, dass sich am Ende der Veranstaltung alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gut in die Stiftung aufgenommen fühlen und mit Überzeugung sagen können, dass sie sich für die richtige Stiftung zur Förderung Ihres Studiums oder Ihrer Promotion entschieden haben."  

 

 

Wichtiger Hinweis:

Der vorstehende Erfahrungsbericht beinhaltet meine Meinungen und Wertungen und muss sich daher, auch wenn er auf der Homepage der SDW Bayreuth veröffentlicht wird, nicht mit der Meinung der SDW-Gruppe Bayreuth oder der SDW decken (gez. Manfred Müller)